Work Around the Clock
Einführung Work Around the Clock (WAC) ist ein multizentrisches Präventionsprojekt, an dem drei Partnerspitäler beteiligt sind: EOC, KSGR und RHNe. Es soll insgesamt rund 800 im Schichtdienst arbeitende Pflegefachpersonen erreichen. Das Präventionsprojekt richtet sich an schichtarbeitende Pflegefachpersonen mit dem Ziel, ihre Lebensqualität und psychische Gesundheit durch gezielte Massnahmen zur Förderung eines gesunden Schlafs und zur Vorbeugung von Schlafstörungen zu verbessern, insbesondere der Schichtarbeiter-Schlafstörung (Shift Work Sleep Disorder, SWSD). Es handelt sich um eine wesentliche Erweiterung des derzeit verfügbaren Basis-Präventionsangebots, d. h. der jährlichen obligatorischen Präsenzuntersuchungen bei einem Schlafmediziner.
SWSD ist eine zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung, die durch Schlaflosigkeit oder übermässige Schläfrigkeit gekennzeichnet ist, verursacht durch einen Arbeitsplan, der sich mit der üblichen Schlafzeit überschneidet. Sie ist unter Schichtarbeitenden weit verbreitet. Etwa jede vierte schichtarbeitende Person entwickelt diese Schlafstörung.
Projektbestandteile
Unsere Prävention gliedert sich in drei Ebenen:
- Primärprävention
- Webinar: ein Online-Schulungskurs für alle schichtarbeitenden Pflegefachpersonen, bestehend aus 5–6 kurzen Videos (insgesamt ca. 30–40 Minuten). Die behandelten Themen umfassen unter anderem: Schlafphysiologie und Chronobiologie, Schlafstörungen, Schichtarbeit und Schlaf sowie Techniken der Schlafhygiene.
- Cronopoli: ebenfalls an alle schichtarbeitenden Pflegefachpersonen gerichtet, handelt es sich um eine gamifizierte digitale Anwendung, bei der Abteilungen desselben Spitals gegeneinander «antreten». Den Teilnehmenden werden fiktive Schichtarbeitsszenarien vorgelegt, zu denen sie entscheiden müssen, welche Schlafhygienestrategien anzuwenden sind.
- Sekundärprävention. Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBTi), nur für EOC und KSGR: Sie richtet sich nicht an alle schichtarbeitenden Pflegefachpersonen, sondern nur an jene, bei denen im Rahmen separater obligatorischer Präsenzuntersuchungen im Spital Symptome festgestellt werden, oder die sich freiwillig dafür anmelden. Die betroffene schichtarbeitende Person hat anschliessend regelmässige Sitzungen mit Psychotherapeutinnen und -therapeuten und erhält Aufgaben, die zwischen den Sitzungen auf Moodle zu bearbeiten sind.
- Tertiärprävention. Rechtzeitiges Management und Wiederherstellung der Nachtdiensttauglichkeit, nur für EOC und KSGR. Pflegefachpersonen mit Verdacht auf eine Schichtarbeiter-Schlafstörung (SWSD) werden vorübergehend von Nachtdiensten freigestellt und an Partnerspitäler zur schlafmedizinischen Abklärung überwiesen. Diese diagnostischen Untersuchungen und Konsultationen werden vollständig von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (LaMal) übernommen. Hauptziel dieser Tertiärpräventionsmassnahme ist es, die Pflegefachpersonen zu behandeln und ihre Tauglichkeit für Nachtdienste sicher wiederherzustellen. Die endgültige Entscheidung über die Rückkehr an den Arbeitsplatz trifft die betriebsärztliche Fachperson, mit dem Ziel, die Gesundheit des Personals zu schützen und gefährdete Mitarbeitende im Beruf zu halten.